Der Romantiker und Landschaftsmaler Caspar David Friedrich in Krippen
Der Maler und Zeichner Caspar David Friedrich, am 9.9.1774 in Greifswald geboren, ging 1798 nach seinem Studium an der Akademie Kopenhagen (1794 - 1798) nach Dresden. Trotz seiner zahlreichen Wanderungen und Reisen nach Rügen, Nordböhmen, in das Riesengebirge und den Harz blieb er bis zu seinem Tod (7.5.1840) in Dresden ansässig. Das Reisen inspirierte ihn zu hervorragenden Landschaftsmalereien, die der Romantik zugeordnet werden können.
Von Johann Wolfgang von Goethe gefördert, fand er 1805 seine erste breitere Anerkennung. Im Jahr 1808 galt sein Altarbild "Das Kreuz im Gebirge" als revolutionär. Das Landschaftsbild war für eine Privatkapelle (Tetschener Altar, Tschechische Republik, Elbsandsteingebirge) gemalt worden und ist heute in den Dresdener Staatlichen Kunstsammlungen zu sehen. 1810 wurde Caspar David Friedrich Mitglied der Berliner Akademie, im Jahr 1816 auch Mitglied der Dresdener Akademie. Während einige Quellen davon berichten, dass seine Hoffnung auf ein Lehramt bis zu seinem Tode unerfüllt blieb, berichten andere Quellen von einer Lehrtätigkeit ab 1816 oder einer Professur ohne Lehrbefugnis in Dresden ab 1824.
Zunächst widmete er sich der Zeichenkunst und der Sepiamalerei, ab 1807 wandte er sich auch der Ölmalerei zu. Er war der Italiensehnsucht seiner Zeitgenossen genauso fern wie der schwärmerischen Altertümelei der Nazarener oder dem idealisierenden Klassizismus. Nach seiner Auffassung sollte die Kunst als "Mittlerin zwischen die Natur und die Menschen treten". Er besticht durch seine sorgfältigen Naturbeobachtungen, die von den Schemata der idealisierten Landschaft früherer Meister wegführen. Subjektive Empfindungen, Gedanken über "Werden und Vergehen" und die individuelle Gefühlswelt des Menschen spiegeln sich in den Werken von C.D. Friedrich wider.
Caspar David Friedrich erlitt einen Schock, als Napoleon persönlich in Krippen auftauchte. Der Franzosenkaiser war mit seinen Offizieren auf der Suche nach einem günstig gelegenen Elb - Übergang für seine Truppen. Caspar David Friedrich, der mit der unerwarteten, wenn auch kurzen Gegenwart Napoleons völlig überfordert war, konnte mehrere Wochen lang nicht arbeiten.
Zu den Freunden des Malers Caspar David Friedrich gehörten unter anderem P.O. Runge, G.F. Kersting, J.C.C. Dahl, C.G. Carus.
Auch nachdem ein Schlaganfall im Jahre 1835 die Arbeitskraft C.D. Friedrichs einschränkte und sein künstlerischer Ruhm verblaßte, stand ihm Zar Nikolaus I. trotzdem weiter finanziell zur Seite.
Mehrfach malte Friedrich in Eldena, einem Stadtteil von Greifswald, das ehemalige, im 17./18. Jahrhundert verfallene Zisterzienserkloster (gegründet 1199). Die dreischiffige Backsteinbasilika (1. Hälfte des 13. Jahrhunderts) war als Ruine ein malerischer, für Friedrich unwiderstehlicher Anblick, wie das Gemälde "Die Klosterruine" (1808) zeigt.
Weitere bekannte Werke des Malers sind "Der Mönch am Meer" (1808-1810), "Abtei im Eichwald" (1809-1810), "Gebirgslandschaft mit Regenbogen" (1809-1810), "Morgen im Riesengebirge" (1810-1811), "Der Wanderer über dem Nebelmeer" (ca. 1817-1818), "Kreidefelsen auf Rügen" (um 1818), "Auf dem Segler" (um 1818.-1819), "Zwei Männer bei der Betrachtung des Mondes" (1819-1820), "Mondaufgang am Meer" (1822), "Dorflandschaft bei Morgenbeleuchtung", auch bekannt als "Der einsame Baum" (1822), "Das Eismeer", auch bekannt als "Die gescheiterte Hoffnung" (um 1823-1824), "Die Lebensstufen" (um 1834).
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| "Die Klosterruine" (1808) Eldena / Greifswald | "Der einsame Baum", auch bekannt als "Dorflandschaft bei Morgenbeleuchtung" (1822) |
In der früheren DDR wurde Caspar David Friedrich nicht in vollem Umfang gewürdigt, weil er sich "lediglich der Landschaftsmalerei verschrieben hatte" und sich seine Gemälde nicht für die sozialistische Ideologie mißbrauchen ließen.
Die Gemeinde Krippen würdigt ihren wohl prominentesten historischen Einwohner mit dem "Caspar-David-Friedrich-Weg", einem beschilderten Wanderweg, welcher an der Elbe entlang bis auf die Höhen der Elbsandsteine führt.
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Textautor: Tino Bellmann, BCS Computersysteme Holzhau, © 2003. Kritiken und weitere fachliche Informationen werden per Email erbeten. Fachliche Quellen: Brockhaus Enzyklopädie 19. Auflage F.A. Brockhaus Mannheim 1988, BI Universal Lexikon VEB Bibliographisches Institut Leipzig DDR 1988, Meyers Jugendlexikon, DDR 1970
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