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Ein Ausflug in die Vergangenheit nach Rumburk

Aktualisiert: 2. Apr.

Barockkleinod Loretokapelle und Kapuzinerkloster des hl. Laurentius:


Diesmal führt der Weg nach Nordböhmen, in den Schluckenauer Zipfel. Früher wurde die Region auch als Böhmisches Niederland bezeichnet.


Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Ziel zu erreichen. Mit dem Auto fährt man ungefähr eine Stunde durch eine schöne Landschaft.


Die Nationalparkbahn (U28) hält in Krippen und fährt über Bad Schandau, Sebnitz nach Rumburk. Dabei passiert sie viele Brücken und Tunnel. Vom Bahnhof zum Ziel sind es ca. 10 min Fußweg.


Eine andere Möglichkeit ist mit der U28 nach Děčín und dann mit dem Zug über Česká Lípa nach Rumburk zu fahren.


Noch interessanter und schöner ist eine Rundfahrt durch die Sächsische Schweiz und Böhmen unter Kombination beider Linien. Die Route führt von Krippen über Bad Schandau, Sebnitz nach Rumburk. Dort plant man ausreichend Zeit zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten ein, auch der Besuch des Aussichtsturmes auf dem 517m hohen Dymník ist möglich. Dort befindet sich außerdem ein Football-Golfplatz und eine Gaststätte. Die Rückfahrt erfolgt danach über Česká Lípa, mit Umstieg in Děčín nach Krippen.


Rumburk soll schon vor 1298 entstanden sein und war im Besitz verschiedener Herrschaftsgeschlechter. Im 30jährigen Krieg wurden große Teile der Stadt zerstört. Erwähnenswert ist die Pestsäule der Heiligen Dreifaltigkeit auf dem Markt. Sie wurde 1681 anlässlich des Endes der Pest errichtet. Zu diesem Zeitpunkt erwarb Anton Florian von Liechtenstein die Herrschaft. Er war in verschiedenen wichtigen Funktionen tätig. Als Diplomat besuchte er u.a. die Wallfahrtstadt Loreto bei Ancona in Italien. Anschließend regte er den Bau einer Kopie der Wallfahrtskapelle an. Sie wurde dann nach den Entwürfen des Barockarchitekten Johann Lucas Hildebrandt aus Wien erbaut und am 15.09.1707 eingeweiht. Später kam der Kreuzgang mit seinen Deckengemälden hinzu. Die Betreuung der Loretokapelle übernahmen die Kapuziner aus dem Konvent des hl. Laurentius (1683 – 1950). Zwischen der Kapelle und der Kirche besteht eine direkte Verbindung.

Besonders erwähnenswert ist die Nachbildung der Heiligen Stiege aus dem Palast des Pontius Pilatus. Jesus musste die 28 Stufen nach oben gehen, um sein Todesurteil zu erfahren.

Seit 1703 konnten die Pilger die in Italien geschnitzte und vom Papst gesegnete Schwarze Madonna verehren. Sie ist mit dreißig Wunderheilungen verbunden.


Der Eintritt ist moderat. Eine Fotoerlaubnis wird gegen Gebühr erteilt. Spenden zur weiteren Sanierung sind willkommen.


Von Rumburk aus können viele weitere Ziele in Nordböhmen und der Lausitz erreicht werden. Übernachten kann man bspw. im Wellness Hotel Lužan oder Penzion U Parku.


Neuerdings gibt es außerdem eine Zugverbindung in die Skoda-Stadt Mladá Boleslav.


CZ-US | 50.951774,14.556932 | Rumburg | 25.03.2022 und 01.04.2022



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